3 Wochen VEGAN Challenge

Wie ist es, 21 Tage lang weder Fleisch noch andere tierische Produkte zu essen? Welche Schwierigkeiten hat man beim Kochen und vor allem beim auswärtigen Essen? Und wie reagieren die Mitmenschen darauf?
Diesen Fragen bin ich drei Wochen lang auf den Grund gegangen und möchte euch von meinen Erfahrungen berichten.

 

Der Grund

Ich esse, seit ich klein bin, Fleisch, Käse und Eier. Ein Jahr lang hatte ich komplett auf Fleisch verzichtet. Und da hatte ich gemerkt, dass ich viel mehr auf meine Ernährung geachtet und zum ersten Mal mich bewusst mit meinem Essen auseinadergesetzt habe. Dabei ging es mir nicht um das Wohl der Tiere (ich weiß, das klingt ziemlich hart). Es ging mir wirklich nur um mich und mein Wohlbefinden.

Inzwischen esse ich wenig Fleisch und verzichte, soweit es geht, auf Milch und Milchprodukte, da ich gemerkt habe, dass mir diese Nahrungsmittel weniger gut tun.

 

Eines Tages kam mir der Gedanke, dass ich für einen kurzen Zeitraum vegan leben könnte. Drei Wochen erschienen mir eine gute Zeit und so startete ich meine kleine Challenge. Ich wollte wissen, wie ich damit zurecht kommen würde und welche Schwierigkeiten sich mir ergeben würden. Außerdem wollte ich mal was vollkommen neues essen und neue Produkte/Lebensmittel ausprobieren.

 

Die Vorbereitung

Natürlich kann man nicht einfach so von heute auf morgen vegan leben. Ich habe mir also erst einmal angeschaut, welche Lebensmittelgruppen ich am besten essen kann, um zum Beispiel genug Proteine oder Eisen zu mir zu nehmen. Nachdem ich mit dem groben Plan fertig war, habe ich für die erste Woche einen Essensplan erstellt und mir eine Einkaufsliste geschrieben.

 

Das Einkaufen

Da ich die Challenge möglichst günstig halten wollte (es sollte ja in mein Studentenbudget reinpassen), hatte ich keine extravaganten Lebensmittel für mein Essen eingeplant, wodurch ich im Supermarkt einkaufen gehen konnte.

Neben viel Obst und Gemüse (sowohl Frisch- als auch Dosen- und TK-Ware) habe ich Sojamilch und -joghurt, Haferflocken, Nüsse und Nudeln gekauft. Einige Lebensmittel wie Reis hatte ich noch zuhause. Aus der Lebensmittelabteilung einer Drogerie hatte ich noch Brotaufstriche (vegane Nuss-Nougat-Creme und einen Paprika-Chili-Aufstrich), Chia-Samen und Quinoa-Burger-Mischung gekauft.

Alles in allem war der Einkauf ziemlich günstig. Für alle drei Wochen hatte ich im Supermarkt um die 50€ ausgegeben. Viele trockene Lebensmittel hatte ich vorrätig da, sodass vor allem Frisches gekauft werden musste, was nicht sonderlich teuer ist.

 

Das Kochen

Fleisch esse ich zwei bis drei mal die Woche, wodurch ich darauf gut verzichten konnte. Viel schwieriger war für mich der Verzicht auf Eier und Käse. Obwohl ich diese nicht in großen Mengen esse, so verkoche ich sie schon und in dem ein oder anderen Gericht ist es schwer, sie zu ersetzen.

Gut, Milch und Sahne kann man gut mit pflanzlichen Alternativen ersetzen. Aber bei Eiern geht das wirklich nicht so leicht. An einem Tag hatte ich Gemüse-Puffer gemacht, anstelle von Ei nutzte ich Chiasamen. Tja... Eine so gute Idee war das nicht! Die Puffer waren viel zu feucht und hielten überhaupt nicht zusammen. Geschmacklich waren sie echt lecker, aber die Konsistenz war weniger überzeugend.

 

Aber bis auf die Puffer, war der Rest wirklich sehr lecker gewesen.

Zum Frühstück gab es meistens "Müsli", bestehend aus Haferflocken, Nüssen, Obst und Sojamilch. Manchmal gab es auch eine Scheibe Brot mit Aufstrich und sonntags vegane Bananenpancakes.

 

 

Mittags hatte ich in der Regel eine warme Mahlzeit, abends gab es entweder das gleiche Essen oder Brot. Die meisten Mahlzeiten bestanden aus Gemüse, Reis/Nudeln und Hülsenfrüchten (Proteine) oder Fette (bspw. Avocado). Dadurch konnte ich lange satt bleiben und hatte alle Nährstoffe, die ich brauchte.

Um nicht jeden Tag Nudeln oder Reis zu essen, hatte ich mir mal Burger aus der Quinoa-Mischung gemacht. Oh mein Gott! Die waren so lecker! Etwas scharf, aber da ich es eh etwas würziger mag, war das nicht weiter schlimm.

An einem anderen Tag gab es Nudeln mit Avocadopesto. Sehr lecker und cremig, aber durch die Avocado sehr sättigend, wodurch ich nicht die ganze Portion essen konnte.

 

 

Neben diesen eher fancy aussehenden Gerichten, gab es auch mal Nudeln mit Tomatensoße und Gemüse-Curry.

 

Obwohl ich keine große Naschkatze bin, hatte ich mich auch an veganen Desserts und Snacks versucht. Natürlich kann man Obst essen, aber manchmal will man doch eher ein Stück Kuchen!

Ich hatte in den drei Wochen mehrfach Nice-Creme gemacht. Im Prinzip ist es Bananenpüree aus gefrorenen Bananen, das man nach Lust und Laune variieren kann. Mal hatte ich Backkakao rein gemacht, ein anderes Mal Nüsse und Honig. Und ich muss sagen, dass ich schwer begeistert bin. Dieses "Eis" ist so lecker und das Beste ist, man kann es jederzeit machen, wenn man ein paar gefrorene Bananenstücke da hat.

Ein weiteres Mal habe ich vegane Zimtschnecken gebacken. Auch diese fand ich sehr lecker, waren mir aber ein wenig zu süß.

Ansonsten esse ich auch gerne mal Sojajoghurt mit Obst, am liebsten mit Himbeeren.

 

 

Das auswärtige Essen

Ja, ich war in der Zeit in Restaurants und habe mir auch Essen liefern lassen. Nicht, dass ich keine Ideen gehabt hätte, was ich kochen könnte. Ich wollte die Challenge extra schwerer gestalten, indem ich eben nicht nur zuhause koche.

Während dieser Zeit war die Streetfood Tour in Gießen, zu der wir natürlich auch gegangen sind. Leider war ich dieses mal etwas enttäuscht! Es gab leider nur wenige Stände, die veganes Essen angeboten haben. Die meisten hatten entweder Fleisch oder zumindest Käse und Schmand. Zum Glück war wieder das VeggieWerk da und ich konnte einen veganen Seitan-Burger mit Süßkartoffel-Pommes und veganer Mayonnaise essen. Super lecker, aber etwas (zu) teuer. Danach gab es für mich noch eine vegane Waffel von den Waffelschwestern. Sie hatten einen zweiten, veganen Teig zubereitet und ein separates Waffeleisen verwendet. Als Topping konnte ich unter mehreren Optionen auswählen (Obst, vegane Nuss-Nougat-Creme, vegane Schokosoße...) und habe mich für die vegane Nuss-Nougat-Creme und Erdbeeren entschieden. Tja, was soll ich sagen? Die beste und fluffigste Waffel, die ich je gegessen habe. Und preislich war sie noch nicht mal teurer als eine "normale".

 

 

Ansonsten hatte ich in Restaurants entweder einen Salat mit veganem Dressing oder Gemüse-Pizza ohne Käse. Auch hier muss man sagen, dass es preislich keinen Unterschied zu anderem Essen gab (meistens war das Essen sogar etwas günstiger), die Auswahl bei uns jedoch etwas mau war. Ich denke, dass in größeren Städten das Ganze etwas anders aussieht, aber hier hatte ich tatsächlich immer nur die Wahl zwischen Salat oder ein Gericht ohne alles (gefühlt).

Anders sah das beim Reisen aus. Ich musste in der Zeit mit dem Zug fahren und hatte mir das eine Mal Essen mitgenommen, das andere Mal musste ich am Bahnhof Essen besorgen, da ich lange auf den Anschluss warten musste. Essen von zu Hause mitnehmen war kein Problem und die günstigste Alternative. Ich hatte etwas Reis mit Gemüse und Sojasoße. Das zweite Mal habe ich ein wirklich sehr teures Essen am Bahnhof besorgt. Lecker und sättigend, aber für 7€ doch etwas zu kostspielig für einen Studenten.

 

 

Meine Mitmenschen

Ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war von meinen Mitmenschen. Kaum jemand hatte mich seltsam angeschaut oder gefragt, ob alles mit mir in Ordnung sei (Ich hatte auf Schock und Unverständnis gewartet). Sofern überhaupt jemand gemerkt hatte, dass ich vegan aß, wurde erstmal nur nach meinen Beweggründen gefragt. Als ich das dann näher erklärt hatte, fanden sie die Idee gut und fragten nach, wie es mir damit ginge. Das Interesse war sehr groß und auch die Akzeptanz war definitiv vorhanden. Und auch die Kellner in den Restaurants fanden meine Fragen nach den veganen Gerichten bzw. nach den Zutaten werder störend noch nervig. Sie nahmen sich Zeit und gingen auf die Fragen ein, wobei ich auch hier sagen muss, dass die meisten Speisenkarten mit Symbolen markieren, ob es sich veganes oder vegetarisches Essen handelt.

 

Fazit

Die drei Wochen vegan Challenge war ein sehr interessantes Experiment, was ich definitiv noch mal machen werde (vielleicht sogar dann 30 Tage lang). Sowohl der Einkauf als auch das Kochen an sich ist nicht wirklich schwieriger oder teurer, als wenn man Fleisch und Milchprodukte konsumiert. Natürlich schrenkt man sich ein Stück weit ein, da es nun mal nicht alle Produkte als Alternativen gibt, aber genau das führt zu Kreativität und Innovation beim Kochen. Essen gehen ist auch möglich, wobei man hier deutlich mehr Schwierigkeiten hat. In größeren Städten wird es kein Problem sein, vegane Restaurants besuchen zu können, aber in kleineren Städten muss man lange suchen oder Extrawünsche äußern.

 

Was ich auf jeden Fall mitnehmen werde, ist, dass veganes Essen sehr lecker sein kann und man viele Möglichkeiten hat. Es ist leicht zu kochen und ziemlich preiswert. Einige der Gerichte, die ich in der Woche ausprobiert habe, werde ich auch in Zukunft weiterhin kochen und vielleicht auch noch neue Rezepte ausprobieren.

 

 

 

 

 

 

Alle Firmen, Marken und Produkte, die namentlich genannt wurden, wurden von mir ehrlich und unentgeltlich erwähnt und bewertet. Es herrschte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Kooperation mit besagten Unternehmen.